Digitalisierung im Tourismus

Infos und Tipps für PraktikerInnen

 

„Digitalisierung im Tourismus ist ein Muss!“ Das hören und lesen wir Touristiker*Innen fast jeden Tag.

Aber viele Artikel und Vorträge setzen umfassende IT-Kenntnisse einfach voraus. Da werden Zukunftsvisionen vorgestellt, neue Fachbegriffe in den Raum geworfen und komplexe IT-Lösungen als bahnbrechend gefeiert.

Nur wie praktikabel ist das alles für eine Destinationen oder einen Betrieb?
Worauf ist dabei zu achten?
Und wie geht man die Umsetzung der Digitalisierung am besten an?

Für alle Praktiker*Innen, die sich diese Fragen stellen, haben wir die wichtigsten Punkte mit passenden Informationen zusammengestellt:

 

Was bedeutet Digitalisierung genau?

Ursprünglich bezeichnete der Begriff die Umwandlung von analogen Informationen in digitale Formate.
Heute verwendet man für alles, was digitale Informationen speichert, überträgt oder wiedergibt, den Begriff „Digitalisierung“:

Von Breitband, W-LAN, 5G, NFC und Bluetooth, über Blockchain, Internet of Things (IoT), Websites, Social Media und online Channels, Buchungs- und Zahlungssystemen, Apps und digitalen Gästemappen bis zum Roboter-Concierge und Geräten: Tablets, Smart Phones und Watches, Virtual Reality Brillen und andere „Wearables“.

Auch digitale Fahrscheine und Eintrittskarten, der Boarding-Pass am Handy, und sogar die klassischen E-Mails sind Teil der „Digitalisierung“.

Digitalisierung - Digitisation

Digitalisierung ist kein einfaches Thema

 

Brauche ich das wirklich?

Ja! Denn ohne Website samt Online-Buchungsmöglichkeit wird heute niemand mehr auskommen können.

Trotzdem gilt auch bei allen neuen digitalen Möglichkeiten: Nicht alles macht Sinn!

Deshalb ist „Digitalisierung“ um jeden Preis keine kluge Strategie. Vielmehr gilt es, die eigene übergeordnete Strategie mit den passenden, digitalen Lösungen zu unterstützen.

Also zuerst: Was wollen wir – mehr Gäste, besseres Besuchserlebnis vor Ort, neue Märkte, zusätzliche Angebote für bestimmte Zielgruppen, einfachere Abwicklung, etc.
Erst dann: Welche digitalen Lösungen gibt es für diese konkreten Ziele? Und welche ist für mich die beste Wahl.

Denn Digitalisierung „by opportunity“ wird nicht funktionieren:
„Machen wir halt auch eine App“, nur weil gerade ein günstiger oder netter Anbieter da war? Oder der Nachbarort auch eine App haben wird?
Aber keine Idee, was die App können soll?
Da ist der Misserfolg vorprogrammiert, noch ehe die App ausprogrammiert ist!

Digitalisierung, aber richtig!

Digitalisierung, aber richtig!

 

Das Wichtigste zuerst!

Eine zeitgemäße Website mit Online-Buchungsmöglichkeit und aussagekräftigem Inhalten, PMS und Channel Manager sollten heute schon Standard sein.

Aber eine gute Website erfordert mittlerweile auch, laufend mit neuen Inhalten versorgt zu werden. Dass nennt man „Content Marketing“. Ein weiteres Muss ist „Responsive Design“: Die Website passt sich automatisch an das jeweilige Format des benützten Gerätes an. Das ist bei der immer stärkeren Nutzung von Tablets und Smartphones sehr wichtig. Denn die Schrift und Navigation vom PC wird ohne Responsive Design am Smartphone winzig klein. Damit ist die Website über mobile Geräte eigentlich nicht nutzbar.

Wer zusätzlich Apps oder digitale Gästemappen, virtuelle Touren oder online-Wander/Radkarten anbieten möchte, muss sich aber zuallererst Gedanken über den Internet-Datentransfer machen:

  • Ist kostenloser und schneller Internetzugang im geplanten Einsatzgebiet gewährleistet?
  • Gibt es dort wenigstens lückenlosen Telefon-Empfang?
  • Wie lange dauern Downloads der geplanten Inhalte in meinem Netz?
  • Wie lange halten Smartphone Akkus bei einer ständigen Verbindung (wie bei interaktiven Navigationskarten) überhaupt?
  • Werden die Gäste das Angebot nützen, wenn damit sehr hohe Roaming-Gebühren verbunden sind?
Ohne Netz keine Digitalisierung

Mobilfunk-Netzabdeckung 2G/3G/4G in Österreich – mit vielen weißen FleckenQuelle: ”https//www.netztest.at/de/Karte”

 

Der online-Flaschenhals

Es ist eine Tatsache, dass immer mehr Menschen immer mehr online Inhalte konsumieren.
Das Internet ist deshalb oft langsam und überlastet.

Wir kennen das alle von großen Messen, Events oder sogar von Hotels:
Websites öffnen sich ewig nicht, der Download bricht ab, das Video hängt oder man kommt erst gar nicht ins Netz.

Der Grund ist immer derselbe: Ab ca. 50 Personen, die gleichzeitig im selben Sendebereich Inhalte laden oder Videos ansehen wollen, wird es kritisch.
Eine Busgruppe, die gleichzeitig eine Virtual Reality Tour machen will, hat deshalb schon ein Problem.

300 Passagiere eines Kreuzfahrtschiffs, die gleichzeitig ein Video abrufen wollen, bringen das Netz oder den Server zum Erliegen.

Digitaler Flaschenhals

 

Bleiben wir pragmatisch

Wer will schon in die Falle tappen, dass das neue digitale Service an den fehlenden Voraussetzungen scheitert. Weil es nicht immer und überall funktioniert. Und Roaming-Gebühren die Gäste verärgern. Deshalb ist ein ganz pragmatischer Zugang hilfreich:

Die Kombination von offline und online Lösungen!

Das können Apps sein, die ganz oder zumindest teilweise offline funktionieren.
Entweder sind die wichtigsten Inhalte bereits in der App selbst enthalten oder in offline abrufbaren Medien wie Datencodes, NFC Tags oder Beacons verfügbar.

So könnte z.B. die Audio Tour über offline NFC Speech Tags konsumiert, das Stadtvideo auf dem Kreuzfahrtschiff auch auf großen Screens an Bord gezeigt werden, und die digitale Gästemappe über das TV Gerät laufen.

Digitalisierung ohne Netzwerk – offline Audio Guide

 

Auswahl der digitalen Lösung

Abgesehen von Netzausbau geht es im Tourismus bei Maßnahmen zur Digitalisierung meist um eine Verbesserung des Besuchserlebnisses und der Schaffung neuer Angebote.

Das kann ein digital bespielter Themenwanderweg sein, ein mehrsprachiger Audio Guide durch die Altstadt oder das Museum, eine digitale Gästemappe mit online-Funktionen, eine interaktive Radkarte oder auch die bereits vielfach umgesetzte „smarte Gästekarte“ im Scheckkartenformat.

Bei jedem Projekt zur Digitalisierung ist es unumgänglich, einen detaillierten Anforderungskatalog zu erstellen. Und sich im Anschluss über die möglichen Lösungen schlau zu machen.

Deshalb macht es Sinn, entweder bereits vorhandene, erfolgreich erprobte Lösungen zu wählen oder auf unabhängige Expertinnen und Experten zu setzen, die bei der Erstellung des individuellen Kriterienkatalogs behilflich sind.

Beratung bei der Digitalisierung

 

In diesem Sinne: Viel Erfolg bei der Digitalisierung!

 

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