Behinderte Menschen als Zielgruppe – Vorurteil #3

Das ist nicht unsere Zielgruppe!

 

Behinderte Menschen sind nicht unsere Zielgruppe? Natürlich können wir nicht erwarten, unsere Produkte oder Services an Kunden zu verkaufen, die sie nur unter Schwierigkeiten oder gar nicht benützen können. Dabei lassen wir uns oft von falschen Annahmen leiten:

 

Fehlinterpretationen

„In 30 Jahren hatte ich keinen einzigen Rollstuhlnutzer als Gast!” sagt der Hotelier. Daher sieht er keinen Grund, seine Badezimmer zu erneuern, in denen man zum Duschen noch immer in die Badewanne klettern muss.
“Menschen mit Sehbehinderung können ja einen Mitarbeiter anfordern” sagt der Supermarkt Manager. Er versteht nicht, dass um Hilfe von Dritten bitten zu müssen, für behinderte Menschen keine gute Lösung ist. Besonders dann nicht, wenn diese Mitarbeiter gestresst, ungeduldig und nicht geschult sind. Denn Barrierefreiheit bedeutet, dass behinderte Menschen selbstständig, ohne fremde Hilfe, ein Produkt oder Service nützen können.

Wenn es um Barrierefreiheit geht, wählen viele Unternehmen einfach wirkende Lösungen, die für behinderte Menschen aber oft ungeeignet sind. Das Fehlen echter Barrierefreiheit wird als Beweis gedeutet, dass Kunden daran gar nicht interessiert sind. Beispiele für stilvolle, schicke barrierefreie Lösungen finden Sie hier.

 

Erfolgreiche Strategie

Wie bei jedem neuen Kundensegment ist auch bei der Zielgruppe „behinderte Menschen“ eine professionelle Herangehensweise ratsam:
Potential erheben, Problemfelder identifizieren, Anforderungen studieren, Fachwissen von Experten einholen. Und erst dann passende Angebote entwickeln.
Und natürlich diese neuen, kundenfreundlichen Angebote aktiv an alle Kundengruppen vermarkten. Dabei denken wir aber nicht (nur) an behinderte Menschen! Wir denken (auch) an die Generation 65+, an junge Familien und an alle Kunden, die sich über extra viel Komfort freuen.

 

Zielgruppengerechte Ansprache

Z.B. Die neuen, großen, bodengleichen Duschen bieten für Ältere viel Komfort, für Kinder Sicherheit, für Geschäftsleute extra Luxus und für Millennials cooles Design. Und  für Menschen mit Mobilitätseinschränkung sogar die Grundvoraussetzung, Ihr Angebot überhaupt nützen zu können: Zugänglichkeit durch Barrierefreiheit.

Im Jahr 2020 werden 25 % der EU Bevölkerung über 65 Jahre alt sein (Quelle: Eurostat)

 

Fazit: Je mehr unsere Gesellschaften altern, desto mehr Menschen legen Wert auf Barrierefreiheit!

 

 

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Kommentare

Paul Schmitt schreibt () :

Hallo und vielen Dank für den interessanter Beitrag! Prima Tipp.

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