Barrierefrei schadet dem Image: Vorurteil #5

„Barrierefrei“ – das passt nicht zu unserem Image!

 

Dass barrierefreie Angebote und in weiterer Folge Kunden mit einer Behinderung nicht zu einem coolen, trendigen, schicken oder sportlichen Image passen, ist ein weit verbreitetes Vorurteil:

Das Hotel könnte zu einem Rehab-Zentrum werden, das Produkt nur mehr die Alten ansprechen oder als Hilfsmittel für behinderte Menschen gelten.
Kurz: Uncool und altmodisch! Und das wird alle anderen Kunden mit Sicherheit vertreiben.
Also nur keine Angebote, die barrierefrei sind, dann können Kunden mit Behinderung erst gar nicht kommen – und dem Image schaden.

Wer beeinflusst das Image wirklich?

Jede Marke und jeder Betrieb bestimmen und erzeugen ihr eigenes Image und wählen ihre Zielgruppen. Sind Angebote barrierefrei, dann werden nur diese Zielgruppen um Menschen mit Behinderung wachsen – sonst ändert sich gar nichts.

Ein sportliches Image zieht den jungen, muskel-bepackten Handradfahrer und Rollstuhlnutzer an. Das Gourmet Restaurant den blinden Richter im mittleren Alter. Der taube Teenager ist wild auf den neuesten Action-Movie. Die sehbehinderte Seniorin schwört auf Siri, Alexa und Hörbücher.

Denn: Menschen mit Behinderung wählen Produkte und Service wie jeder andere auch – nach Geschmack, Vorlieben und Geldbeutel. Wenn sie eben nutzbar, also barrierefrei sind.

Barrierefrei - Paragliding mit Rollstuhl

Wieso sollte ein Paraglider dem sportlichen Image eines Ferienortes schaden, nur weil er einen Rollstuhl nützt?

 

Fehlende Barrierefreiheit als Umsatzkiller

Wenn nur ein einziger von 150 Teilnehmern einen Rollstuhl benützt, dann muss der Veranstaltungsort zugänglich, also barrierefrei sein. Wenn Sie das nicht anbieten können, wird es wer anderer tun. Und Ihre tolle Lage, der super Service und der gute Preis sind in dem Fall völlig unwichtig.

Ein Haushaltsgerät mit winzigen Knöpfen, noch kleinerer Beschriftung und schlechten Kontrasten ist für alte Menschen nicht verwendbar. Also kaufen sie einfach kein neues Radio, TV oder Mikrowelle.

Ein Reiseziel, das Sportmöglichkeiten auch für Menschen mit Behinderung bietet, wird sich über zusätzliche Gäste freuen. Die noch dazu länger bleiben, gerne wieder kommen und meist ausserhalb der Hochsaison verreisen.

Das Image des Sport- und Wellnesshotel Bichlhof in Kitzbühel hat nicht darunter gelitten, dass es barrierefrei gestaltet ist – ganz im Gegenteil!

Hotel Bichlhof barrierefrei

Die Rampe im Pool-Bereich des Bichlhofs wird von allen Gästen gerne genützt

 

Fazit: Barrierefreie Angebote steigern den Umsatz!

 

 

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